EINLADUNGEN zu Veranstaltungen und Ausflügen von Mai und Juni 2026 sind unter KULTURFAHRTEN zu finden !

14 Vereine und Institutionen aus Penzberg und Umgebung erhalten 11.300 € aus unserem Fördertopf 2026

Vordere Reihe v.l.n.r.: Michael Ploppa (Kulturgemeinschaft), Klaus Reile ( GTEV Loisachtaler Maxkron), Thomas Sendl (Kulturgemeinschaft), Max Kapfer (Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte), Christiane Fleißner (Galerie Fleißner, Antdorf), Edith Rink (Frischluftfilme Penzberg), Sylvia Wohlfart (tonArt Metropol)

Mittlere Reihe v.l.n.r.: Catrin Bocksberger (Kulturgemeinschaft), Wolfgang Heinisch (Ländliche Konzerte), Thomas Grubert (Kunstzeche Penzberg), Katrin Fohlmeister-Zach (Freunde der Stadtbücherei), Ellen Hennen (Musikschule Penzberg), Lea Bonnington (Kulturgemeinschaft), Stefan Jäger (GTEV Loisachtaler-Maxkron)

Hintere Reihe v.l.n.r.: Günther Pfannkuch (Ländliche Konzerte), Georg Lechermann (Stadtkapelle Penzberg), Therese Buchner (Stadtkapelle Penzberg), Johannes Buchczyk (Jungritter Penzberg), Claus-Peter Schröder (Freundeskreis Heinrich Campendonk), Harry Sommer (Jungritter Penzberg), Katrin Fügener (Freunde der Stadtbücherei), Peter Stief (Kulturgemeinschaft), Michael Zöller (Kleinkunst Penzberg), Martin Janner (tonArt Metropol), Simon Zehentbauer (Musikschule Penzberg)

Zum 100-jährigen Stadtjubiläum von Penzberg im Jahr 2019 hat die Kulturgemeinschaft Penzberg einen Fördertopf in Höhe von 10.000 € für kulturelle Veranstaltungen und Initiativen von Vereinen und Institutionen im Rahmen des Jubiläums ausgelobt.

Was ursprünglich als einmalige Aktion geplant war, ging in diesem Jahr nun bereits in die vierte Runde. Bis Ende März konnte sich Vereine und Institutionen um Mittel aus dem Fördertopf bewerben. Insgesamt gingen bis Ende März 14 verschiedene Anträge ein. Im Rahmen einer Vorstandssitzung im April entschieden die Vorstandsmitglieder welcher Antrag mit welcher Summe unterstützt wird.

Am Montag, den 11. Mai, konnten die Gelder nun an die 14 Vereine / Institutionen im Penzberger Bürgerbahnhof übergeben werden. Der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft betonte in seiner kurzen Ansprache, dass diese Unterstützung durch die Kulturgemeinschaft in Zeiten knapper öffentlicher Kassen immer wichtiger und von vielen Vereinen gezielt nachgefragt werde. Lt. Sendl soll es diesen Fördertopf daher auch in 2027 geben und dieser, wenn möglich, sogar ausgeweitet werden. Damit dies gelinge, gilt es die Mitgliederzahl weiter zu erhöhen und der Vorsitzende machte entsprechend Werbung bei den Anwesenden.

Anschließend berichteten die Vertreter der Vereine und Institutionen für welche Aktionen sie die Fördermittel verwenden werden. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie bunt und vielfältig das kulturelle Leben in Penzberg ist, welch unverzichtbarer Beitrag hier ehrenamtlich geleistet wird.

Die 14 Spenden-Empfänger:

Verein für Denkmalpflege u. Penzberger Stdtgeschichte e.V.Pflege Ehrenmal für Vertriebene                                     300,00€
GTEV Loisachtaler Maxkron e.V.Vereinsjubiläum 125 Jahre                                 1.000,00€
Freundeskreis H. Campendonk e.V.Führungen Schulklassen                                     300,00€
Jungritter Penzberg e.V.Sanierung Barbarakapelle                                 1.100,00€
Freunde der Stadtbücherei e.V.Fest der Demokratie, Poetry Slam                                     900,00€
Frischluftfilme Penzberg e.V.Sommer Open Air 2026                                     900,00€
Klangkunst im Pfaffenwinkel e.V.Johannes Passion (8. März 2026)                                     200,00€
Kunstzeche Penzberg e.V.Jazz Tage 2026                                     900,00€
Musikfreunde Penzberg u. Umg. e.V.Ländliche Konzerte 2026                                 1.400,00€
Galerie Fleissner, AntdorfAusstellung Reading Landscape.2                                     500,00  
tonART Metropol e.V.Open Air Konzert auf Gut Hub                                 1.200,00€
Musikschule PenzbergKindermusical „Wenn`s Nacht ..“                                 1.000,00€
Stadt u. Bergknappenkapelle Penzberg e.V.neue Uniformen                                     900,00€
Aktion kleinKUNST Penzberg e.V.TollHub 2026                                     700,00€
Gesamtsumme                              11.300,00 €

Holzskulptur von Albert Fiedler enthüllt

Foto: v.l.n.r. : Bürgermeister Stefan Korpan, Alber Fiedler, Hans Mummert als Vertreter der Sparkassen Jubiläumsstiftung und Thomas Sendl, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Penzberg e.V.   © Penzberger Merkur, Wolfgang Schörner

Am 28. April 1945, der Penzberger Mordnacht, einem grausamen Endphaseverbrechen des zweiten Weltkriegs, wurde Albert Grauvogel als eines von 16 Opfern von den Werwölfen an einem der zwei Linden Ecke Bahnhof-/ Karlstraße erhängt.

2024 mussten die zwei geschichtsträchtigen Bäume wegen fehlender Standsicherheit gefällt werden. Wenig später  beschloss der Stadtrat, Vorschläge aus der Bürgerschaft einzuholen, was aus dem Holz der Bäume geschehen soll. Hieran haben wir uns von der Kulturgemeinschaft Penzberg beteiligt.

Unsere Idee war es, eine Holzskulptur zu fertigen, die einen direkten inhaltlichen Bezug zu den Geschehnissen des 28. Aprils 1945 haben soll. Nachdem uns der Stadtrat im Februar 2025 hierfür den Auftrag erteilte, machten wir uns an die Arbeit und schrieben im Juli 25 einen eingeladenen Wettbewerb unter fünf Holzbildhauern der Region aus. Vier Künstler haben sich daran mit vier sehr unterschiedlichen und sehr gut ausgearbeiteten Entwürfen beteiligt. Am 19. November tagte die Jury, bestehend aus Mitgliedern der Stadt Penzberg, der Kulturgemeinschaft, der Kunstzeche Penzberg, des Vereins für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte und der Künstlerin Sabine Straub, und wählte die Arbeit des Penzberger Holzbildhauers Albert Fiedler als Siegerentwurf aus.  

Auch der Ort, an dem die Skulptur dauerhaft ihren Platz haben wird, ist bei der Entscheidung der Jury mitgedacht worden. Es wird dies ein Raum im 2 OG des Altbaus unseres Museums sein, der direkt an die Dauerausstellung zu den Ereignissen der Penzberger Mordnacht anschließt. Eine künstlerische Ergänzung zu den Fakten für dieses grausame Verbrechen der NS-Diktatur.

Am 28. April 2026 konnte die Skulptur im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk im Beisein vieler  Gäste enthüllt werden.

Bürgermeister Stefan Korpan warte in seiner Ansprache vor einem Erstarken der AfD. Der zunehmende Rechtsruck nehme eine Dimension an, die uns wachrütteln muss, nicht nur am 28. April, sondern jeden Tag. Radikales Gedankengut hat in Penzberg nichts zu suchen, so Korpan.

Thomas Sendl, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft betonte in seiner Ansprache: „Die Penzberger Mordnacht ist bis heute prägend. Die Stadt sieht es unverändert, und dies seit nunmehr über 80 Jahren, als ihre Verpflichtung an, die Mahnung, das Nie wieder, ins heute zu tragen, an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Er zitierte aus dem Buch „Nein sagen“  von Matthias Brandt, einem flammenden Plädoyer zur Verteidigung der Demokratie „ Es gelte zu erkennen, wie schnell die Sprache verroht, wie still es werden kann, wenn die Feinde der Demokratie laut werden und wie brüchig eine Demokratie sein kann, die auch ich immer für selbstverständlich hielt.“  Gegen dieses Schweigen, gegen das Vergessen aufzustehen, ist heute mehr denn je unser aller Auftrag, betonte Sendl.

Abschließend bedankte er sich bei der Jubiläumsstiftung der Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim für die Fördergelder und bei der Stadt Penzberg für die Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts.

Alber Fiedler betonte, seine künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema solle dazu beitragen, sich ihrer zu erinnern. Für ihn zeige die Skulptur Albert Grauvogel, der dort erhängt wurde. Dessen persönliche Geschichte habe er sich vorgestellt, eines grundgütigen, aufrechten Mannes, der Kriegsgefangenen Essen zusteckte und dafür denunziert wurde. Anonymisiert durch das Tuch stehe der abgedeckte Leichnam aber für alle Mordnacht Opfer, betonte der Künstler.

Kultur braucht Förderer

Die 2002 gegründete Kulturgemeinschaft Penzberg e.V. hat sich als Vereinsziel die Förderung von Kunst und Kultur in Penzberg und seinen Umlandgemeinden gesetzt.

Dies bedeutet u.a. die Förderung kultureller Initiativen, die Pflege von Kunstsammlungen, die Förderung schulischer Einrichtungen für musikalische Früherziehung, die Durchführung kultureller Veranstaltungen und die Unterstützung kulturtragender Vereine und Institutionen.

82377 Penzberg